Passiflora – Passionsblume

Auf dem Balkon wuchs über viele Jahre Passiflora caerulea, die Blaue Passionsblume. Ich setze sie im Frühjahr in einen großen Topf mit reichhaltiger Komposterde, der Seramis beigemischt ist. Das Triebwachstum ist bei hohen Temperaturen enorm. Die einzelnen Triebe werden bis 3 m lang. Deshalb sollte man auch häufig düngen. An gespannten Seilen, Bambusgestellen oder ähnlichem hält sich die Pflanze fest. In den Blattachseln werden dazu Ranken gebildet, die mit Wachstumsbewegungen die Umgebung abtasten und, wenn sie etwas Geeignetes gefunden haben, dieses umschlingen.
Wenn der Sommer nicht gerade verregnet und kühl ist, blüht die Passionsblume ununterbrochen.

Die Blüten sind sehr eindrucksvoll. Sie haben einen Durchmesser von ca.10 cm und sind sehr filigran gebaut. Ich übernehme das aus der Wikipedia: „Die Blütenhüllblätter, oft gekennzeichnet durch leuchtende Farben, umhüllen ringförmig angeordnete fadenförmige oft intensiv gefärbte 15 bis 50 Staminodien, den Strahlenkranz. In der Mitte der Blüte sind die Fortpflanzungsorgane (fünf fertile Staubgefäße und drei Narben) zu einer sogenannten Säule (Androgynophor) zusammengefasst angeordnet, die die Blütenhüllblätter weit überragen.“

Und hier noch eine Blüte von der Seite:

Passiflora caerulea übersteht zwar leichten Frost, aber es ist besser, sie vor dem ersten Nachtfrost reinzunehmen. Dabei schneide ich die einzelnen Triebe auf etwa 50 cm zurück und schneide auch einen Teil der Wurzeln ab, denn überwintern muss die Passionsblume in einem kleineren Topf. Der Topf steht im Schlafzimmerfenster, wo es nicht gar so warm ist. Gegossen wird im Winter nur so viel, dass der Ballen nicht austrocknet. Die Pflanze soll keinesfalls schon im Winterquartier austreiben, denn das gibt vergeilte Triebe.

Früchte

Selbstbestäubung ist bei Passionsblumen praktisch ausgeschlossen. Es muss eine weitere Pflanze in der Nähe sein, die nicht zum selben Klon gehört, wie z.B. ein Absenker derselben Pflanze. Eine andere, der P. caerulea nah verwandte Art von Passiflora kann es aber eventuell sein, weil Hybridisierung möglich ist.
Die Chancen für einen spontanen Fruchtansatz bei einer einsamen Balkonpflanze sind also allgemein recht gering. Aber zwei Stockwerke tiefer wächst auch eine Passiflora caerulea. Mehrmals hat irgendein Insekt diese Strecke mit Pollen überwunden, so dass es manchmal zur Bildung einzelner Früchte kam.

Gegessen wird bei der Passionsfrucht die geleeartige süßsäuerlichen Pulpe mit den Samen. Eine sehr geringe Menge dieser Pulpe ist bei dieser Frucht vorhanden. Die Früchte sollen essbar sein. Aber es lohnt sich nicht.

Meine Blaue Passionsblume ist fast 10 Jahre alt geworden. Dann wuchs sie im Frühjahr kaum noch. Blätter vergilbten und fielen ab. Teile der Wurzel faulten. Ich hätte nun versuchen können, aus den Trieben eine neue Pflanze zu ziehen oder einfach eine neue zu kaufen. Aber ich habe mich dafür entschieden, anstatt der Passionsblume Clematis zu pflanzen. Der bleibt das ganze Jahr draußen.

Ich hatte auch mal versucht, die sogenannte Königs-Granadilla (Passiflora alata) auf dem Balkon zu kultivieren. Aber damit hatte ich kein Glück. Die Pflanze wuchs zwar anfangs recht gut, bildete aber nur eine einzige Blüte und wuchs dann kaum noch. Ich habe versucht, sie wie oben zu überwintern. Aber im Winterquartier ist sie abgestorben. Ein Foto der wirklich eindrucksvollen Blüte habe ich aber.



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