Bio-CO2

Weil mir eine CO2-Anlage mit allem drum und dran viel zu teuer und aufwändig ist, beschloss ich eine Bio-Anlage selbst zu bauen. 2 stabile Plasteflaschen, Luftschlauch, Ausströmer – das ging recht schnell. Dann noch ein Dreiwegehahn für die manuelle Nachtabschaltung. Ich will das nicht weiter ausführen, weil es dann doch nicht funktioniert hat. Der Druck ist zu gering, um einen aus einem Ausströmerstein (Keramik oder Lindenholz) dauerhaft  Kohlendioxid strömen zu lassen. Nach Druckaufbau durch Reinblasen funktionierte das Ganze nur ein paar Minuten. Wahrscheinlich war auch der Dreiwegehahn nicht dicht genug. 

Ich habe mir dann den Dennerle CO2 Pflanzen-Dünge-Set Bio 60 gekauft. Das ging zwar auch nach 24 Stunden noch nicht, aber nach Zufügen von ein bisschen Trockenhefe funktionierte das. Das entscheidende ist der Flipper (hier Microflipper). Um den zu betreiben ist nur ein geringer Druck notwendig. Die Reaktorflasche ist allerdings sehr klein, so dass man sehr oft nachfüllen muss. Ich habe deshalb einen 3 l-FKanister  verwendet. Ein Loch im Verschluss und Einkleben des Schlauches mit Thermokleber (hält besser als Silikon)  ist schnell gemacht. Auf die Waschflasche habe ich verzichtet. Die Flasche ist nur 3/4 gefüllt, so dass ein Überschäumen und damit Verunreinigen des Aquariums kaum zu befürchten ist.  Außerdem habe ich ein paar Tropfen Speiseöl dem Hefeansatz zugefügt, das die Schaumbildung verhindert . Wenn die Kohlendioxidproduktion merklich nachlässt, schütte ich etwa 1/4 aus dem Kanister (vorher umdrehen, damit  auch ein Teil des Bodensatzes entfernt wird), gebe 3 Esslöffel Zucker zu und fülle wieder mit Wasser auf.
Zum Start habe ich 200 g Zucker genommen, etwas Apfelsaft und eine kleine Prise Blumendünger (als Hefenährsalz), dazu etwa 1/4 Tütchen Trockenhefe. Das erste Mal habe ich zusätzlich Tortenguss verwendet, das hat aber nichts gebracht.

Also zusammengefasst: Flipper, 3-l-Kanister, kohlendioxiddichter Luftschlauch, ein Loch im Verschluß, etwas Heißkleber – fertig ist die Bio-CO2-Anlage.

Bei einem Neuansatz habe ich gemerkt, dass Frischhefe (ich hatte Wieninger-Hefe)  wesentlich besser geht als Trockenhefe. Das Problem ist wahrscheinlich die suboptimale Temperatur. Ein Hefeteig geht ja bei Zimmertemperatur nicht so recht. Bierhefe wäre vielleicht noch besser. Die gibt es aber nicht in kleinen Mengen.

Für das zweite Aquarium (auch 100 l) habe ich gleich eine Paffrath-Schale gebastelt. Das ist nicht schwer, kostet fast nichts und hat den Vorteil, keine Überdosierung von Kohlendioxid zuzulassen (wenn sie nicht furchtbar überdimensioniert ist). Also für relativ kleine Aquarien und nicht regelbare Bio-CO2-Anlagen genau das richtige. Meine Paffrath-Schale hat etwa 30 cm², was dem Richtwert aus der Wikipedia entspricht. Die erste CO2-Messung nach ein paar Tagen ergab 20 mg/l – das haut hin.



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3 Kommentare zu „Bio-CO2“

  1. Mit der Dennerle Bio-CO2-Anlage habe ich damals auch gestartet – seit dem empfehle ich diese einfach jedem, der sich eine Bio-CO2 Anlage zulegen will sozusagen als Startgrundanlage 😀
    Auf jeden Fall für kleine Aquarien eine top Lösung. Nur bei größeren Aquarien würde ich persönlich doch zu den CO2-Anlagen mit Druckflaschen greifen. Diese sind mittlerweile auch recht erschwinglich: http://co2-anlage-aquarium.de/
    Ich empfehle immer auf lange Sicht gesehen aus kostengründen Anlagen mit 2 KG-Flaschen und Nachtabschaltung – wie die dritte Anlage, die in meinem Link zu sehen ist.
    Schönen Sonntag noch – schöne Seite übrigens ihr Beiden 🙂
    Gruß

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