Planarien

Anfang 2013 bemerkte ich in einem 50 l-Becken Planarien. Immer wieder sah man eine oder mehrere an den Scheiben.

Maßnahmen
1. Ablesen. Ein kleines Stück Haushaltspapier über die Planarie an der Scheibe stülpen und diese ins Papier einwickeln. Darauf achten, dass das unwillkommene Tier nicht verletzt wird, denn aus jedem Teilstück kann sich eine neue Planarie bilden. Jeden Tag habe ich mindestens 10 Planarien entfernt. Es wurden trotzdem mehr.

2. Köder. Ich hatte  in einem inzwischen nicht mehr erreichbarem Forum (http://www.aquarienschnecken-forum.de/) gelesen , dass sich die Fruchtfliegenfalle von Neudorff gut eignet. Diese wird mit einem Fleisch-Köder (z.B. getrocknete Shrimps) versehen, noch ein kleiner Stein dazugegeben und versenkt. Man kann beobachten, wie die Planarien auf der Falle umherkriechen, bis sie ein Loch gefunden haben. Das Teil funktioniert ähnlich wie eine Reuse, die Viecher finden rein, aber nicht mehr raus. So habe ich in einer Nacht bis zu 60 Planarien erbeutet und unter fließendem heißem Wasser entsorgt.  Obwohl nur immer einzelne Planarien sichtbar waren, war das Aquarium offensichtlich sehr verseucht. Mit der Falle wurden es  auch nicht weniger. Die Fruchtfliegenfalle bringt also höchstens bei leichtem Befall etwas, hilft aber bei der Einschätzung der Befallsstärke.
Das  ist was für Bastelmuffel. Natürlich kann man sich Reusenfallen auch selbst basteln.

3. No-Planaria
Dieses Mittel war nach der Recherche sehr vielversprechend und auch leicht zu beschaffen. Nur einige Schnecken sollen No-Planaria nicht gut vertragen, das ist aber in einem Aquarium mit Kugelfischen überhaupt kein Problem. Außer den Zwergkugelfischen waren noch Zwergflußkrebse (Cambarellus patzcuarensis) im Aquarium sowie Garnelen (Neocaridina spec.)
Ich habe No-Planaria genau nach Vorschrift angewandt*. No-Planaria hat  ausgezeichnet gewirkt. Schon bei der ersten Zugabe zogen sich die Planarien zusammen und erstarrten. Es gibt aber große individuelle Unterschiede bezüglich der Empfindlichkeit. Manche krochen am nächsten Tag wieder munter umher. Man muss also wirklich die Nachbehandlungen am 2. und 3. Tag machen. Fische und Garnelen zeigten keinerlei Reaktion.  Die Krebse dagegen waren verschwunden.
Ich bin mir nicht sicher, ob die Krebse wirklich durch No-Planaria umgekommen sind, zumal das der erste Fall wäre. Die Tiere machten schon vor der Behandlung einen geschwächten Eindruck. Vielleicht hing das sogar mit dem Massenbefall durch Planarien zusammen. Ich bin dieser Frage nicht weiter nachgegangen.

Später habe ich in einem anderen Aquarium wieder Planarien festgestellt.
Diesmal habe ich gleich zu No-Planaria gegriffen. Es hat  aber anfangs nur mäßig gewirkt. Nach dem dritten Behandlungstag krochen wieder recht vitale Tiere auf den Scheiben herum. Die Reaktion der Planarien gleich nach Zugabe der No-Planaria-Suspension war allerdings sehr heftig gewesen, wie oben beschrieben. Am nächsten Tag war auch die durch das Mittel bedingte Wassertrübung  weitgehend verschwunden, was mich stutzig machte. Ich vermutete, dass die Filterung über Torf No-Planaria unwirksam macht. Ich habe darauf den Torf aus dem Filter genommen und die Behandlung noch einmal mit der vollen Dosis begonnen. Meine Vermutung war offenbar richtig. Ohne Torf hat das Mittel wieder 100%tig gewirkt.

Planarienbefall  in einem kleinen Aquarium mit  Mexikanischen Bachflohkrebsen („Kampfkrebse“ – Hyalella azteca) bin ich gleich mit No-Planaria angegangen. Bei 7 l Beckeninhalt ist natürlich die Dosierung etwas schwierig. Ich habe ein mehrfaches der empfohlenen Dosis angewandt. Es ist zu keinerlei Schäden bei den Krebsen gekommen. Auch an den im gleichen Becken vorhandenen Blasenschnecken (Physella spec.)  habe ich keine Beeinträchtigung bemerkt.

Update November 2014: No-Planaria darf  inzwischen in der EU nicht mehr vertrieben werden, nur noch der Abverkauf vorhandener Bestände ist möglich. Das Mittel braucht  eine Zulassung als Biozid, die es aber nicht hat.  Das ist natürlich bei einem Betelnuss-Präparat ein bisschen albern, wird aber kaum zu ändern sein. Zur Zeit ist No-Planaria noch im Internet erhältlich. Betelnuss kann man auch kaufen, da hat man aber das Problem der Dosierung.

* Der Link zur Gebrauchsanweisung, der hier ursprünglich stand, funktioniert nicht mehr.
Deshalb hier eine Kurzfassung:
Auf 50 l Wasser:
Tag 1: 1 gestrichener Dosierlöffel
Tag 2: 1/2 Dosierlöffel und an
Tag 3: 1/4 Dosierlöffel
No-Planaria ins Becken gegeben.
Am Tag 5 und 7 und 9 jeweils einen 70%-Wasserwechsel oder die Filterung des Beckens über Kohle nach 10 Tagen.
Kiemenschnecken wie Turmdeckelschnecken reagieren sehr empfindlich, Lungenschnecken dagegen  nicht. Sie sind zumindest toleranter. Wertvolle Schnecken sollte man aber vor der Behandlung aus dem Becken nehmen und extra halten.



Beitrag teilen

6 Kommentare zu „Planarien“

  1. Hallo..
    Ich kann das was Du wirklich sehr ausführlich beschrieben hast nur bestätigen,da ich mittlerweile auch eigene Erfahrungen mit diesem Mittel leider machen musste. Leider machen mußte weil wohl niemand diese Plagegeister gern in seinem Aquarium haben möchte und sie wohl auch meist erst dann zu sehen sind, wenn quasi das ganze Aquarium verseucht ist.
    Nun zu meiner Frage..
    Ich habe im Internet leider keine Antwort darauf gefunden, ob bei diesem Mittel nach einiger (1 bis 2 Wochen) auch nachbehandelt werden muss, wie es bei anderen Mitteln beschrieben wird?!
    Schönen Gruß Stefan

    1. Ich musste keine Nachbehandlung machen. Wenn man No-Planaria nach Gebrauchsanweisung (3 Tage Behandeln) einsetzt, überlebt das keine Planarie. Wenn man nach Erfahrungsberichten im Internet sucht, haben andere Aquarianer auch vollen Erfolg gehabt.
      Mit freundlichen Grüßen
      Peter-Paul

  2. Hallo Diana,
    wie schon im Beitrag geschrieben, wird eine Falle bei sichtbarem Befall keine durchschlagende Wirkung haben. Denn auf eine Planarie, die an der Scheibe oder an den Pflanzen umherkriecht, kommen Dutzende, die versteckt leben.
    Um ein Verderben des Wassers durch abgestorbene Planarien zu vermeiden, habe ich einige Stunden nach der Behandlung mit No-Planaria die toten Tiere abgesaugt. Damit der Wirkstoff nicht verdünnt wird, habe ich das abgesaugte Wasser in einem Eimer gesammelt und nach einer Weile den klaren Überstand ins Aquarium zurück geschüttet.
    MfG
    Peter-Paul

  3. Hallo,
    vielen Dank für deinen Beitrag, auch wenn er schon älter ist, hat mir sehr geholfen. Eine Falle habe ich bereits vor der Anwendung platziert. Ich denke nicht, dass diese 100% effektiv gegen Planarien ist, hilft aber vor der Behandlung einige davon abzusammeln, damit nicht zu viele tote Würmer das Wasser „vergiften“.
    LG
    Diana

    1. Hallo Joachim,
      eigentlich hatte ich nur vor, über selbst erprobte Sachen zu schreiben. Ich habe aber trotzdem meinen Beitrag entsprechend aktualisiert. Jetzt ist der Link zu Deiner Falle eingearbeitet.
      Mit freundlichem Gruß
      Peter-Paul

Kommentar verfassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Scroll to Top