Aquarium mit wenig Aufwand

Das soll keine Polemik gegen technisch aufwändige Aquaristik sein. Wer dieses Hobby ernsthaft betreibt und auch entsprechend Zeit und Geld zur Verfügung hat, wird vieles ausprobieren, was möglich ist.  Die Begrenzung ist dann nur, ob der Aufwand noch Spaß macht.

Weil ich lange sehr wenig Freizeit hatte, die ich auch nicht unbedingt  mit Aquarienbastelei ausfüllen wollte, war für mich wichtig, dass das Aquarium  möglichst wenig Eingriffe erforderte.  Das Einrichten eines Aquariums ist dabei das wenigste, denn das ist  z.B. an einem Wochenende (möglichst mit schlechtem Wetter) erstmal erledigt.  Was man aber dauernd an Zeit und Geld investiert, ist doch sehr unterschiedlich. Und man kann das sehr beeinflussen.

Ich hatte Anfang der 90ger Jahre nur ein 30 l -Becken. Das ist groß genug, um einigermaßen stabil ohne viel Technik zu laufen.  Die Beleuchtung war nur eine  25 W-Glühbirne, später eine 7 W-Sparlampe  in einer umgebauten Rührkuchen-Kastenform aus Aluminiumblech.  Das Becken stand nicht weit vom Westfenster entfernt, dadurch kam noch merklich Tageslicht dazu. Weiter war noch eine Heizung vorhanden. Kein Filter, keine Düngung, CO2 sowieso nicht. Bodengrund: normaler Aquarienkies (3-4 mm). Das Aquarium war sehr dicht bepflanzt.  Soweit ich mich erinnere, waren eine Helanthium-Art, Cryptocoryne affinis,  Cabomba caroliniana var. caroliniana,  Salvinia minima vorhanden. Das Pflanzenwachstum war sehr üppig; ich habe hin und wieder Cryptocorynen in die Zoohandlung gebracht.
Folgende Tiere waren darin: 1 Pärchen Honigguramis (Trichogaster chuna – damals noch Colisa chuna), Turmdeckelschnecken, eine Apfelschnecke und Posthornschnecken. Gefüttert habe ich vorwiegend mit Trockenfutter, manchmal gab es was lebendes.  Bei 2 kleinen Fischen nicht zuviel zu füttern ist gar nicht so einfach. Ich habe damals wohl etwas zu viel gefüttert. Ein Zeichen dafür waren die sich manchmal rasant vermehrende Schnecken. Andererseits war dadurch das üppige Pflanzenwachstum möglich. Die Nitritwerte  waren aber sicher nie kritisch.
Wasserwerte habe ich nie gemessen. Ich wusste nur, dass das Trinkwasser eine Härte von etwa 15°  dH hatte. Ich habe etwa alle 4 Wochen Mulm abgesaugt und dabei etwa ein Viertel des Wassers gewechselt.
Einmal habe ich stärker eingegriffen und viele der sich übermäßig vermehrten Turmdeckelschnecken entfernt.
Trotz des  zu reichlichen Futters, filterlosen Betriebs und geringen Wasserwechsels gab es keine weiteren Katastrophen. Den Fischen ging es augenscheinlich gut. Sie haben oft Schaumnester gebaut und abgelaicht. Ab und zu ist auch ein Jungfisch durchgekommen.

Der Aufwand war also recht gering und wäre bei Vermeidung von Fehlern (Futter)  noch geringer gewesen. Und es war trotzdem ein sehr schönes Aquarium – und den Tieren ging es gut. Man muss nur folgendes beachten:
Das Aquarium sollte nicht zu klein sein, damit es stabil laufen kann. Dabei kann man keine absolute Größe angeben, weil das in erster Linie vom Tierbesatz abhängt. So kann z.B. ein 5 l -Becken mit ein paar Garnelen ohne Technik stabil laufen.
Ein 30 l-Becken würde ich allerdings heute für die Haltung von Fischen nicht mehr verwenden. 60 cm Kantenlänge sollten es schon sein – also 50 bis 60 l. In den „Mindestanforderungen an die Haltung von Zierfischen (Süßwasser)“ vom BMEL  sind  für den Honiggurami 60 l angegeben.
Man sollte nur solche Pflanzen und Tiere halten, für die das vorhandene Trinkwasser geeignet ist. In dem Beispiel sind Honigguramis bei 15 °dH schon etwas grenzwertig, es geht aber.
Der Tierbesatz sollte sehr bescheiden sein. Optimal ist ein z.B. Pärchen einer Art mit interessantem Verhalten.
Das bedeutet natürlich eine erhebliche Einschränkung dessen, was man an Tieren und auch Pflanzen halten kann.  Schwarmfische oder Fische, die weiches Wasser benötigen, kann man gleich vergessen. Aber es bleiben ja noch so viele interessante  Fische und natürlich andere Tiere wie Krebse oder Garnelen übrig.
Man sollte auch keine Wildfänge halten, sondern am besten solche Arten, die schon über Generationen im Aquarium nachgezüchtet werden.
So wird man am ehesten Freude am Aquarium haben – ohne übermäßigen Aufwand.

Für kleine Aquarien wie das 30 l – Becken sind sehr gute Alternativen zu Fischen wirbellose Tiere wie Zwerggarnelen, Zwergkrebse und Schnecken. Garnelen und Krebse waren allerdings Anfang der 90ger Jahre noch kaum in Zoohandlungen erhältlich, der Boom begann erst um 2000. Inzwischen hat man aber eine sehr große Auswahl. Im Internet findet man viele Tipps zur Einrichtung eines Wirbellosen-Aquariums.
Mir gefällt z.B. diese Seite: https://www.wirbellosen-aquarium.de/
Eine sehr schöne Seite zur Einrichtung eines Aquariums allgemein ist z.B. diese: https://suesswasser-aquarium.info/



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1 Kommentar zu „Aquarium mit wenig Aufwand“

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