Tropaeolum – Kapuzinerkresse (majus und peregrinum)

Die Kapuzinerkressen (Tropaeolaceae) sind eine Familie der Ordnung  der Kreuzblütlerartigen (Brassicales), wozu natürlich die bei uns weit verbreiteten und artenreichen die Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) gehören, aber auch die  Kaperngewächse (Capparaceae). Es ist deshalb kein Zufall, wenn viele Vertreter aus den genannten Familien Senfölglycoside enthalten, so auch die Kapuzinerkressen. Blätter und Blüten geben Salaten einen besonderen, etwas scharfen Geschmack. Und die jungen, noch weichen Samen kann man sehr gut als „Falsche Kapern“ verwenden, durch Einlegen in Essig oder (was ich viel besser finde) Einlegen in grobes Meersalz.
Aber natürlich sind die Kapuzinerkressen wegen ihrer attraktiven Blüten auch beliebte Zierpflanzen.  Die Blüten sind zygomorph, d.h. nicht rotationssymmetrisch.
Auf unserem Balkon wachsen regelmäßig zwei Arten.

Tropaeolum majus – Große Kapuzinerkresse

Die Große Kapuzinerkresse ist eine recht anspruchslose und häufig zu sehende Art (bzw. eine Hybride). Es gibt viele Sorten mit verschiedenen Blütenfarben, meist gelb und/oder rot. Ich stecke im Frühjahr, wenn keine starken Nachtfröste mehr drohen, einfach ein paar Samen in die Erde – das wird immer was.

Die Blüten haben einen langen Sporn.

Tropaeolum peregrinum – Kanarische Kapuzinerkresse

Seltener zu sehen ist die  Kanarische Kapuzinerkresse (Tropaeolum peregrinum). Vielleicht liegt das daran, dass die Aussaat nicht ganz so einfach ist. Die Keimlinge entwickeln sich erst bei höheren Temperaturen. Deshalb ist eine Vorkultur im Zimmer (Zimmergewächshaus) zweckmäßig. Die Kanarische Kapuzinerkresse blüht später als die Große. Erst im August kommen die ersten Blüten. Bis zum ersten Frost blüht dann die Pflanze ununterbrochen.
Die Kanarische Kapuzinerkresse stammt aus den peruanischen Anden. Von dort aus wurde sie auf die Kanarischen Inseln gebracht und kultiviert. Dann erst kam sie nach Europa, wodurch sich der deutsche Namen erklärt.
Die Blütenform ist durch die starke Differenzierung der Blütenblätter sehr apart. Auch die Blätter sehen anders aus als die der „normalen“ Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus), sie sind fünflappig und relativ klein.

Es gibt noch einige Arten von Kapuzinerkressen, die für den Balkon interessant wären: Tropaeolum tuberosum, Tropaeolum tricolor, Tropaeolum polyphyllum. Das sind knollenbildende Arten, die man ohne Aufwand im Keller überwintern könnte. Sie scheinen aber wirkliche Raritäten zu sein. Mir ist es nicht gelungen, Samen aufzutreiben (wobei ich mich allerdings auf deutschsprachige Internetseiten beschränkt habe). Bei diesen Arten wäre auch wirklich nur in einem sehr warmen und langem Sommer mit Blüten zu rechnen, aber probieren würde ich das sicher trotzdem.

Wie schon eingangs erwähnt, sind die Kapuzinerkressen mit den Kreuzblütlern verwandt. Deshalb werden sie von denselben Tieren als Nahrung bevorzugt. Hier ist z.B. die Raupe des Rapsweißlings (Pieris napi).



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1 Kommentar zu „Tropaeolum – Kapuzinerkresse (majus und peregrinum)“

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