Hoya – Porzellanblumen

Es gibt ungefähr 300 Hoya – Arten, von denen viele als Zierpflanzen genutzt werden. Sie gehören zu der Unterfamilie der Seidenpflanzengewächsen (Asclepiadoideae) innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Bei uns heimisch sind nur sehr wenige Apocynaceae. Es sind dies das kleine Immergrün (Vinca minor) und die Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria).

Hoya – Arten kommen in Asien, Australien und Ozeanien vor. Bei diesem riesigen Areal sind die Anpassungen an das Klima sehr verschieden. Einige kommen auch mit dem Raumklima in unseren Wohnungen gut zurecht. In unserer Wohnung wachsen 3 Arten.

Hoya carnosa

Dies ist die Hoya, die am häufigsten in Zimmern gehalten wird. Unser Exemplar ist ungefähr 40 Jahre alt, genau wissen wir das nicht. Sie wurde in großen Abständen beschnitten und umgetopft. Sie gehört zu den Pflanzen, bei denen es besser ist, man vergisst sie mal zu gießen als dass man da zu viel tut.

Unsere Hoya carnosa steht in einem Ostfenster und bekommt so Morgensonne. Im Hochsommer stelle ich sie etwas zurück, denn es sind schon Blätter unmittelbar am Fenster verbrannt.

Sie blüht mehrmals im Jahr jeweils über mehrere Wochen. Die Blütenstände und die einzelnen Blüten sind optisch sehr eindrucksvoll und duften stark. Die meisten Menschen empfinden diesen Duft als angenehm, manchen ist er aber zu stark. Auf jeden Fall ist das nichts für das Schlafzimmer.
Die einzelnen Blüten des Blütenstandes bilden bei Hoya carnosa eine Halbkugel.

Man sieht auf den Blüten Nektartropfen. Der Nektar wird in ziemlich großen Mengen abgesondert und tropft. Man sollte deshalb ggf. etwas unterlegen.

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Bei Haltung im Zimmer ist das natürlich sehr unwahrscheinlich. Aber auch, wenn die Pflanze draußen steht, fehlen die für die richtigen Insekten. Künstliche Befruchtung mit Wattestäbchen ist zwar möglich, gilt aber als schwierig. Ich habe damit keine Erfahrungen.

Hoya kerrii

2009 haben wir bei Ikea ein „Herzblatt“ gekauft. Das sind Blattstecklinge von Hoya kerrii. Das Blatt wird dabei zwischen zwei verbundene Holzstäbchen geklemmt und in einen kleinen Blumentopf mit Torf gesteckt. Die Stecklinge bilden Wurzeln. Deshalb halten sich die Herzblätter sehr lange, wenn man sie gelegentlich gießt. Ich habe den Steckling in besser für Hoya geeignetes Substrat gepflanzt. So stand er in der Fensterbank. Am Steckling war keinerlei Veränderung sichtbar, bis nach 8 Jahren sich plötzlich ein Trieb zeigte.

Ein Jahr später sah die Pflanze so aus:

Die Blätter unten links und unten rechts sind durch zu intensive Sonnenbestrahlung geschädigt. Seitdem steht diese Hoya kerrii nicht mehr direkt am Fenster.
Weitere 2 Jahre später ist eine große, ansehnliche Pflanze daraus geworden.

Hoya kerrii hat schon ein paarmal geblüht, wenn auch nicht so oft und üppig wie die Hoya carnosa. Die Blüten sind besonders durch die pelzig behaarten Blütenblätter und die hellbraunen Nektartropfen sehr apart.

Hoya curtisii

Von der dritten Hoya – Art kann ich keine Blütenbilder zeigen. 2018 bei Kakteen-Haage gekauft, ist sie in den gut drei Jahren überhaupt nicht gewachsen und macht keinen sehr vitalen Eindruck. Ein paarmal wurde zaghaft ein neuer Trieb gebildet, der aber dann wieder abgestorben ist. Vorn links ist so ein Trieb zu sehen.

Die Blätter dieser Hoya haben einen Durchmesser von 1 cm oder etwas mehr. Die ganze Pflanze, wie sie hier zu sehen ist, hat einen maximalen Durchmesser von 12 cm.

Als Substrat für Hoya curtisii habe ich Kokohum, Bims, Seramis und etwas Torf gemischt. Wahrscheinlich habe ich aber nicht die optimale Mischung getroffen. Ich werde es nochmal mit einer anderen Mischung versuchen und, falls erfolgreich, hier darüber berichten.

Es gibt etliche spezielle Hoya – Seiten im Internet. Besonders gut finde ich „Simones Hoyas“ und „Lisas Hoyawelt„. Bei letzterer gibt es auch einige Buchtipps. Natürlich gibt es auch ein Hoyaforum.
Sehr empfehlen möchte ich den Hoyaführer, ein kleines, aber inhaltsreiches Heftchen, das bei Kakteen-Haage erhältlich ist.



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