Ceropegia haygarthii

Ceropegia haygarthii, eine Leuchterblume, habe ich schon mindestens 20 Jahre. Es ist nicht durchgehend ganz dieselbe Pflanze, weil manchmal trotz aller Vorsicht beim Gießen eine Wurzelfäule eine Neubewurzelung notwendig macht. Das ist allerdings kein Problem. Die meisten Stecklinge wurzeln, wenn man sie einfach in neues Substrat steckt. Bewurzelungspulver erhöht den Erfolg.

Ceropegia haygarthii wächst als Kletterpflanze. Das sieht im Zimmer so aus:

Die Pflanze blüht mehrmals im Jahr. Die Blüten sind kompliziert gebaute Kesselfallen.

Gesamtansicht der Blüte.
Blüte schräg von oben.

Der langgestielte Aufsatz ist eine Osmophore. Hier ist eine Detailaufnahme davon:

Diese Osmophore sendet Duftstoffe aus und lockt damit bestimmte Insekten an. Wenn diese sich auf der Blüte niederlassen, rutschen sie auf der glatten Innenseite in den Kessel hinein. Reusenhaare verhindern ein Entkommen. Die Insekten bestäuben die Narbe, die vor den Staubblättern reif sind. Erst wenn die Pollen reif sind, kommen die Insekten wieder frei, beladen mit Pollenpaketen für die nächste Blüte.
Eine ausführlichere Beschreibung findet sich hier. (Hinweis: die pdf-Datei herunterladen)

Hier ist eine längs aufgeschnittene Blüte. Man sieht gut die Reusenhaare. Ganz unten ist die fünfteilige Narbe (2 Teile sind abgeschnitten). Auch die verwachsenen, noch unreifen Staubblätter kann man sehen.
Detailaufnahme der Blüte. Fruchtknoten, Narbe, Staubblätter und Reusenhaare.

Welche Insekten von Ceropegia haygarthii angelockt werden, weiß ich nicht. Die Chancen für die Pflanze, den passenden Bestäuber zu finden, sind in einem Wohnzimmer nicht sehr groß. Trotzdem ist es im Sommer 2020 zur Bestäubung und zur Fruchtbildung gekommen.
Wie bei den Asclepiadoideae (früher Familie Asclepiaceae) üblich, entwickelten sich aus einer Blüte zwei Balgfrüchte.

In diesem Stadium sind sie mir erstmals aufgefallen. Sie heben sich ja nicht sehr markant von den Stängeln ab.
Hier ist eine reife aufgeplatzte Frucht.
Dieselbe Frucht etwas näher. Wie es sich für einen Angehörigen der Seidenpflanzen gehört, sind die Haarschöpfe der Samen seidig.
Hier ist ein einzelner Samen.

Ich habe die Samen ausgesät. Fünf haben gekeimt, und davon sind zwei zu blühfähigen Pflanzen herangewachsen.

Noch ein paar Angaben zur Pflege von Ceropegia haygarthii: Das Substrat sollte zwar etwas Humus enthalten, aber sehr durchlässig sein. Ich verwende eine Mischung von 2/3 Kakteenerde (von Haage) und 1/3 Bims. In rein mineralischem Substrat gedeiht diese Pflanze nicht so recht. Die Pflanze steht am Westfenster und bekommt so am Nachmittag Sonne. Unter dem Fenster ist eine Heizung, so dass es auch im Winter sehr warm ist. Das ist sicher nicht optimal, aber diese Ceropegia verträgt das. Ich gieße auch im Winter alle paar Tage und lasse das Substrat nie ganz austrocknen. Spätestens wenn die Blätter etwas erschlaffen, wird gegossen. Bei völligem Austrocknen fallen die Blätter ab. Das ist für die Pflanze zwar nicht weiter tragisch, weil sie auch ohne Blätter mit dem sukkulenten Stängel ausreichend assimilieren kann. Es sieht aber nicht gut aus, denn einmal verkahlte Stängel bleiben kahl. Blätter bilden sich erst wieder an neuen Trieben.



Beitrag teilen

Kommentar verfassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Scroll to Top