Hoodia gordonii

Eine Pflanze von Hoodia gordonii hatte ich vor etlichen Jahren bei Kakteen-Haage gekauft. Die wuchs auch recht gut. Aber nach einem Jahr faulte die Pflanze von unten, was erst in fortgeschrittenem Stadium sichtbar wurde. Beim Austopfen habe ich gemerkt, dass das Substrat viel zu nass war. Ich habe die oberen, gesunden Teile abgeschnitten und nach völligem Abtrocknen nach etwa 14 Tagen in magere Kakteenerde gesetzt. Die meisten Stecklinge haben Wurzeln gebildet. Das ist insofern bemerkenswert, als Hoodia gordonii als sehr schwer bewurzelbar gilt. Worauf  diese glückliche Ausnahme zurückzuführen ist, weiß ich nicht. Ich habe weder Bewurzelungspulver noch irgendein Desinfektionsmittel benutzt. Spätere Versuche sind dann auch prompt misslungen.
Die Pflanzen blühten nicht jedes Jahr, als sie ganzjährig innen am Fenster standen.
Für das menschliche Wohlbefinden ist das Ausbleiben der Blüte allerdings besser, denn die Blüte verbreitet  einen zwar nur leichten, aber dennoch unangenehmen Aasgeruch. Man kann sie kaum im Zimmer stehenlassen. Glücklicherweise war die Blüte im Juli, sodass ich die Hoodia auf den Balkon stellen konnte.

Update Oktober 2016
In dem mageren Kakteensubstrat bei mäßiger mineralischen Düngung gedeiht die Hoodia gut. In diesem Jahr habe ich die Pflanze, sobald es möglich war auf den Balkon gestellt. Und da ist sie bis Anfang Oktober , als die Nachttemperaturen unter 8° C sanken, geblieben. Die volle Sonne und die Temperaturschwankungen im Freiland sind der Hoodia sehr gut bekommen. Sie ist sehr gut gewachsen und hat von Ende Juni an fast ununterbrochen geblüht. Nach dem Stellen  auf die Fensterbank (Ostfenster) hatte sie den bisher üppigsten Blütenansatz. Fünf Blüten gleichzeitig, dazu noch etliche Knospen.

Während man den Geruch einer oder vielleicht auch zweier Blüten bei häufigem Lüften vielleicht noch tolerieren kann, wird ein Zimmer mit einer Hoodia mit fünf Blüten unbewohnbar. Es riecht, nein stinkt, als würde irgendwo eine Ratte verwesen. Deshalb musste ich leider nach dem Fotografieren die Blüten abschneiden. Aber es kommen schon wieder neue.

August 2017
Die Pflanze ist weiter gewachsen und blüht seit Juni praktisch ununterbrochen. Hier ein aktuelles Foto:

Im Frühjahr 2020 habe ich bemerkt, dass die Pflanze nicht mehr stabil steht. Grund war eine Wurzelfäule. Ich hatte wohl zu früh mit dem Gießen begonnen. Ich habe aus den oberirdischen Teilen zahlreiche Stecklinge geschnitten. Leider ist diesmal die Bewurzlung völlig fehlgeschlagen. Nicht ein Steckling hat überlebt.
Es war schwierig, eine neue Pflanze zu besorgen. Offenbar ist der Hype um die Hoodia als Mittel zur Gewichtsreduzierung vorbei. Nur bei Uhlig-Kakteen gab es Hoodia gordonii. Die Pflanze ist aber sehr klein, und es wird einige Jahre bis zur Blüte dauern.



Beitrag teilen

Kommentar verfassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Scroll to Top