Holzspänekulturen 2:

Ulmenseitling (Hypsizygus ulmarius)

Mit den Erfahrungen der Kulturen von Austernseitling und Lungenseitling habe ich mich am Ulmenseitling versucht. Dieser soll bei niedrigeren Temperaturen (unter 20°C, besser um die 15 °C) gut fruchten, weshalb sich der Anbau im Herbst und Winter anbietet. Da sind die Kellertemperaturen entsprechend.
Körnerbrut:
1 Liter  von Shii-Take.de – Pilzbrutversand Krämer

Substrat:
Buchenholzspäne zum Räuchern, feinste Körnung (2-3 mm).
Es wurden ca. 1800 g (trocken) in eine Mikrofiltertüte gegeben – mehr geht nicht in den Schnellkochtopf (SKT).
Dazu 3 gehäufte Esslöffel Gips und ca. 3/4 l Wasser – wie bei Holzspänekulturen 1. Die Wassermenge erwies sich nach dem Kochen als zu niedrig, das Substrat faste sich noch recht trocken an. Ich habe dann noch 1/2 l  dazugegeben.  Durch die Verwendung von ausschließlich sehr kleinen Spänen ist das Substrat dichter als beim ersten Versuch und nimmt dadurch mehr Wasser auf. Da es sich um keine sterilen, sondern nur keimarme  Bedingungen handelt, ist die nachträgliche Wasserzugabe unproblematisch. Nachträgliches Befeuchten ist außerdem viel einfacher als Trocknen eies zu nassen Substrats.

Substratbehandlung
Die gefüllten Mikrofiltertüten wurden in einen 8-Liter SKT (noch aus der DDR) gegeben, mit Hanfgarn zugebunden und 25 Minuten mit Überdruck gekocht. Der SKT blieb bis zum Erkalten auf der Herdplatte.

Beimpfen 27.8.14
Desinfektion des Küchentischs und der Hände (einschließlich Unterarme) sowie äußerlich der Mikrofiltertüten und der Tüte mit der Körnerbrut  mit 70%  Äthanol (Brennspiritus, verdünnt).
Verteilen der Körnerbrut auf 4 Substrattüten, gründliches Durchmischen.
Zubinden mit Hanfschnur.

Inkubation
Bei Zimmertemperatur (20 bis 24°C) auf einem Schrank, also auch bei schwachem Tageslicht.

Nach 3 Tagen war schon inselartiges Myzelwachstum deutlich sichtbar. Nach 2 Wochen habe ich alles nochmal geschüttelt, um ein gleichmäßiges Durchwachsen zu erreichen.
Nach etwa 3 Wochen schienen das Substrat völlig durchwachsen zu sein. Da wir in der ersten Oktoberwoche in den Urlaub gefahren sind, habe ich die Kulturen erstmal so stehen lassen.

Fruktifikation ab Ende September
Wie schon bei der ersten Holzspänekultur kam es auch hier während zur spontanen Fruchtbildung am Mikrofilter eines Beutels.

2014-09-22_0002 Hypsizygus ulmarius
2014-09-22_0008Hypsizygus ulmarius

Gleich nach Rückkehr aus dem Urlaub habe ich die Beutel in den Keller gebracht und aufgeschnitten. Die Beutel stehen in einem folienbespannten Gestell, das vorne nicht ganz geschlossen ist.  Sehr schnell kam es zur Fruchtbildung.  Bei inzwischen ca. 17°C (Ende Oktober) und täglichem Besprühen  konnte ich jede Woche 1 bis 2 mal Ulmenseitlinge essen – bis Anfang Dezember. Dann wurde der Ertrag rasch immer weniger. Kurz vor Weihnachten war dann Schluss.



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