Mexikanische Bachflohkrebse (Hyalella azteca)

Die auch als „Kampfkrebse“ bezeichneten Verwandten der einheimischen Bachflohkrebse zu halten und zu vermehren ist nicht schwer. Ich habe sie in 10 l-Becken. Drin ist feiner Kies sowie ein kleiner luftbetriebener Schwammfilter . Eine Heizung ist bei normalen Zimmertemperaturen nicht nötig.  Die Becken stehen in Fensternähe. Im Winter werden sie zusätzlich mit einer 6 W-LED-Leiste beleuchtet. Die Bepflanzung besteht vor allem aus Javamoos (Taxiphyllum barbieri).
Im Sommer habe ich zusätzlich einen großen Tontopf (ca. 20 l) auf dem Balkon stehen. Darin steht Zyperngras. Mexikanische Bachflohkrebse gedeihen in diesem Topf ganz prächtig. Die Tiere halten große Temperaturunterschiede aus und sind sowohl bei 30 als auch bei 10°C sehr lebhaft.
Gefüttert wird mit Gurkenscheiben oder mit Resten von Wassermelonen. Zu diesem Zweck habe ich in etwa 2 cm² große Stücke geschnittene Melonenreste eingefroren. In der Kürbiszeit macht sich auch das weiche Innere der Kürbisse sehr gut. Salatblätter gehen notfalls auch, werden aber nicht so schnell gefressen und neigen dazu, das Wasser zu verderben.
Die Massenvermehrung setzte erst nach etlichen Wochen ein.  Erst musste sich erst Mulm bilden und der Schwammfilter und die Scheiben belebt sein. Je „dreckiger“ das Aquarium, desto höher ist die Vermehrungsrate.
Die Bachflohkrebse werden von den Fischen recht gern gefressen. Sie sind recht flink und wecken so den Jagdinstinkt. Es bleiben immer ein paar übrig, die sich im Filter, in Moospolstern  oder kleinen Spalten zwischen den Steinen verstecken. Dadurch ist auch im Urlaub immer etwas Futter da.
Dadurch besteht aber auch eine Gefahr: Wenn man einmal die Kampfkrebse einmal in einem Aquarium hat, bekommt man sie nicht wieder raus. Man sollte für das Herausfangen der Krebse einen extra Kescher verwenden und diesen niemals in einem Aquarium verwenden, in dem man keine Bachflohkrebse gebrauchen kann. Eier von Freilaichern kann man vergessen, wenn da Kampfkrebse fressen.  Seitdem ich Kampfkrebse im Becken mit Zwergkugelfischen (Carinotetraodon travancoricus) habe, habe ich nie wieder Jungfische beobachten können. Vorher sind trotz Garnelen (die auch gern Eier fressen) immer mal Jungfische durchgekommen, so dass der Bestand an Kugelfischen über Jahre recht stabil war. Wenn man brutpflegende Fische züchtet, muss man sich da aber keine Sorgen machen, zumindest kann ich das für Makropoden (Macropodus opercularis) und Gelbe Zwergbuntbarsche (Apistogramma borellii) behaupten.
Auch gründliches Ausschütteln des Keschers hilft nicht wirklich weiter, da sich immer einige Krebse festklammern, auch ganz kleine, die man mit bloßem Auge kaum sieht.
In kleinen Aquarien kann man diese Tiere loswerden, indem man alles Wasser ablässt und das Becken für einige Stunden mit Mineralwasser mit viel CO2 füllt. Alle anderen Tiere überstehen das natürlich auch nicht, aber die Pflanzen.
Zusammenfassend kann man sagen: Mexikanische Bachflohkrebse sind ein gutes, leicht zu züchtendes Lebendfutter. Wer frei laichende Fisch züchten will, sollte aber besser darauf verzichten.



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2 Kommentare zu „Mexikanische Bachflohkrebse (Hyalella azteca)“

  1. Hallo Peter-Paul,

    wo kann man einen Zuchtansatz von diesen Bachflohkrebsen kaufen ?
    Wo hattest du deine her ?

    Viele Grüße

    Dieter

    1. Hallo Dieter,
      ich hatte die Mexikanischen Bachflohkrebse bei Interaquaristik gekauft. Zur Zeit gibt es dort allerdings keine. Also warten.
      Mit freundlichen Grüßen
      Peter-Paul

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